EGGE-WESER 5(2) Seite: 100-108 Höxter 1988

Buchbesprechungen

Kormann, Kurt (1988): Schwebfliegen Mitteleuropas, Vorkommen - Bestimmung - Beschreibung, Farbatlas mit über 100 Naturaufnahmen, Verlagsgesellschaft Ecomed, Landsberg a.Lech, 1-176; ISBN 3-609-65890-8

Zu den Tierartengruppen, die in jüngerer Zeit verstärkt in das Interesse der Naturfreunde rücken zählen neben den Libellen und Heuschrecken künftig sicher auch die Schwebfliegen. Schwebfliegen (Syrphidae) bilden eine Familie der sog. 'höheren Fliegen' (Cyclorrapha) in der Ordnung der Zweiflügler. Die Männchen der verschiedentlich "Saftschlürfer" genannten Schwebfliegen fallen durch ihre Fähigkeit zum ausdauernden Schwirrflug auf, in dem sie minutenlang in der Luft stehen können, um bei einer Störung mit hoher Beschleunigung in reißendem Flug eine neue sicherere Position einzunehmen. Die Larven leben zum Teil in nicht selten stark verschmutzten Dung-Pfützen (mancher Biogärtner mag die weißen, ca. 2cm langen Larven der Eristalis aus seinem Brennessel-Jauchefaß kennen) oder an Kraut- und Holzpflanzen, dann u.a. als Vertilger von Blattläusen. Manche Arten ähneln im Erwachsenen-Stadium Wespen, Bienen oder Hummeln, und die Tiere halten sich zu tausenden auf Doldenblütlern, an Weidenkätzchen, Huflattich, Schlehe und vielen anderen auf. Es werden zur Nahrungssuche vor allem Pflanzen der Säume und Mäntel genutzt. Schwebfliegen zählen somit zu den Begleitern von Tier und Mensch, die diese Säume und Mantel entlang ihrer Wechsel und Wege und sonstiger Lücken im Waldbestand in eigener Weise lebendig, d.h. hier besonnt und blütenreich halten. Die Lebensräume der Schwebfliegenlarven und der erwachsenen Tiere mögen dann auch eng beieinander liegen, wenn im besonnten Kraut- und Gehölzbestand der natürliche Blattlausbesatz die Schwebfliegenlarven ernährt, wie wenige Meter daneben auf dem Weg bzw. Wildwechsel der an Kleinorganismen reiche Schlamm der Pfützen. Schwebfliegen zählen damit zu jenen Arten, die früher in viel größerer Dichte unsere Säume belebten und in den vergangenen Jahren durch die Versiegelung der Straßen und Straßenränder sowie auch des letzten Feld-und Radwegs mit Teer und Asphalt starke nachteilige Eingriffe in ihren Lebensraum hinnehmen mußten. Daß Schwebfliegen dadurch Bioindikatoren sind für eine strukturreiche, und z.B. nicht versiegelte Landschaft folgt daraus zwanglos, - und ebenso, daß es im Buch von Kurt Kormann eine Liste von über 350 in Mitteleuropa auffindbaren Schwebfliegenarten gibt von denen heute viele Arten gefährdet sind.

Kormann hat dieser interessanten und bei näherem Hinsehen überaus ästhetischen Insektengruppe einen richtungsweisenden Naturführer gewidmet. Einer kurzen Einführung in Bau, Zeichnung und Lebensweise folgt eine Beschreibung einiger wesentlicher Nahrungspflanzen, die beim Blütenbesuch vom erwachsenen Insekt aufgesucht werden, darunter viele Arten, die jeder kennt, wie der Giersch, die Engelwurz oder die wilde Möhre. Schließlich werden für 100 Arten Einzeldarstellungen mit Angaben zur Verbreitung, Lebensweise und

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Blütenbesuch gegeben und für die Arten neben dem wissenschaftlichen auch ein (z.T. vom Autor geprägter) deutscher Name vermerkt. Ein Bestimmungsschlüssel für die im Buch genannten Gattungen und ein Literaturverzeichnis runden das Werk ab.

Vielleicht gelingt es Autor und Verlag bei einer Neuauflage, die Liste der in Bild und Text beschriebenen Arten zu erweitern, einen alle (auch die nicht abgebildeten) europäischen Arten umfassenden Bestimmungsschlüssel anzufügen, und - es sei gestattet - die Unsitte des f statt ph im Fachterminus einzustellen. Wenn polyfag statt polyphag dann auch Syrfus statt Syrphus, Sfaeroforia statt Sphaerophoria?

Dieser wertvolle Naturführer sei jedem Naturfreund, Studenten und Fortgeschrittenen in Biologie, Landespflege und verwandten Disziplinen, und nicht zuletzt auch den Handbüchereien der Natur- und Landschaftsbehörden wärmstens empfohlen.

Gerken

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Schwebfliegen Mitteleuropas

Zur Entstehung des Buches von Kurt Kormann

Fast jeder Entomologe oder Insektenliebhaber beginnt seine Beobachtungen und Studien mit Schmetterlingen und Käfern. Einige wenden sich weniger erforschten und bekannten Gruppen zu. Viele Laien denken beim Begriff "Insekten" spontan an Fliegen, Wespen, Wanzen, Heuschrecken und sind unangenehm berührt. Der eigenartige Reiz dieser Tiere ist nur wenigen Interessierten bewußt.

Ich selbst kann nicht mehr genau sagen, was mich bewogen hat, aus der Fülle der Insekten gerade die Schwebfliegen zu bevorzugen. Ich begann, sie in ihrer natürlichen Umgebung zu fotographieren, ohne dabei konkret an ein Buch zu diesem Thema zu denken. Zeit und Geduld sind Voraussetzung für dieses Projekt; Eile und Hast haben im Verlauf der Arbeit schon manche Aufnahme verhindert oder vernichtet.

Ein sonniger Junitag ist mir in Erinnerung geblieben. Ich konnte Schwebfliegen beim Blütenbesuch an Hartiegel- und Ligusterhecken in einer außergewöhnlich großen Artenfülle beobachten. Vor lauter Überraschung wußte ich nicht, wo und was ich zuerst fotographieren sollte. Um so größer meine Enttäuschung bei Erhalt der Dias: Alle Bilder waren zur Hälfte schwarz - die Belichtungszeit war beim Blitzen auf 1/125 eingestellt.

Manches Mal hatte ich auch Glück bei meiner Arbeit. Einmal öffnete ich die Kamera, da ich der Meinung war, der Film sei bereits zurückgespult. Obwohl ich schnell reagierte, war mehr als die Hälfte der Dias unbrauchbar, der verbliebene Rest enthielt jedoch eine meiner besten Aufnahmen (siehe Titelfoto - Ferdinandea cuprea -links oben).

Da ich über die erforderlichen Fachkenntnisse auf dem Gebiet der Entomologie verfüge, lag angesichts des umfangreichen Bildmaterials die Idee zu einem Buch nahe. Auf dem Markt war bisher noch kein Naturführer für Schwebfliegen angeboten, der auch dem Laien die Möglichkeit gibt, diese Arten nach Abbildungen und einem einfachen Schlüssel zu bestimmen und neben den bisher bekannten lateinischen Begriffen auch deutsche Namen zu verwenden.

So lag es nahe, ein farbig illustriertes Buch zu gestalten, das die Schwebfliegen in ihrer natürlichen Umgebung zeigt und einen guten Überblick über Körperbau, Lebensweise und Artenvielfalt gibt. Ein umfangreiches Literaturverzeichnis gibt eine Fülle von Anregungen zum weiteren Studium dieser faszinierenden Fliegenfamilie.

Der ecomed Verlagsgesellschaft ist es zu verdanken, daß das Werk als erstes seiner Art realisiert werden konnte. Ich wünsche den Naturfreunden, Insektenliebhabern und Entomologen viel Freude mit diesem Buch.

Kurt Kormann

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Rösner, Bernd (1988): Saum- und Kleinbiotope - Ökologische Funktion, wirtschaftliche Bedeutung und Schutzwürdigkeit in Agrarlandschaften, Verlagsgesellschaft Ecomed, Landsberg / 1 - 238

Der ecomed-Verlag hat ein weiteres sehr lesenswertes Werk (vgl. Besprechung des Buches von KORMANN in diesem Heft) zum Verständnis unserer Kulturlandschaft herausgebracht. Es ist ein konzentriertes Sachbuch mit einem umfangreichen Literaturverzeichnis, einem Anhang Farbabbildungen und einem sehr hilfreichen Stichwortverzeichnis, das neben Begriffen aus Ökologie, Vegetationskunde und Tierökologie, Landschaftspflege, Technik, Umweltschutz auch zahlreiche Pflanzen- und Tierarten aufführt.

Das Buch will "die wichtigsten Saum- und Kleinlebensräume vorstellen, ihre Bedeutung für die landwirtschaftliche Produktion aufzeigen und mit dem darin lebenden Tier- und Pflanzenartenspektrum ihren ökologischen und naturschützerischen Wert darlegen". Der Gliederung des Autors folgend führt es zunächst in allgemeine Eigenschaften von Saum- und Kleinbiotopen der Agrarlandschaft ein, um sodann über 70 Seiten die ökologische und agrarwirtschaftliche Bedeutung von Feldgehölzen zu beschreiben. Es schließt ein Kapitel an über Gras- und Krautsäume an Feld-, Grünland-, Weg- und Straßenrändern. Zur Selbstverständlichkeit scheinen inzwischen auch Naß- und Feuchtbiotope in Agrarlandschaften zu gehören, und der Verfasser bringt hierbei Pflanz- und Pflegeanleitungen für Naß- und Feuchtbiotope.

Schließlich wird auf ca. 60 Seiten die Problematik ökologischer Beziehungen zwischen Saum- und Kleinbiotopen und landwirtschaftlichen Nutzflächen erörtert. Es wird eingegangen auf Laufkäfer, Kurzflügler, Marienkäfer, Schwebfliegen, Parasitische Hautflügler, Wanzen, und verwandte Spinnen, Vögel und Säuger. Anschließende Kapitel sind Problemen und Möglichkeiten der Erhaltung von Saum und Kleinbiotopen im Zusammenhang, Erholung, Naturschutz, Flurbereinigung, Betriebswirtschaft der bäuerlichen Betriebe etc. gewidmet.

Eingangs warnt der Autor: "Dies Werk will Sie beraten. Die Angaben sind nach bestem Wissen zusammengestellt, jedoch kann eine Verbindlichkeit aus ihnen nicht hergeleitet werden". Wir geben diese Warnung gerne weiter. Denn allgemein gilt für Lehr- und Praxisbücher zur Ökologie, daß sie Beispiele aus der Praxis beschreiben, die nicht als Patentrezepte mißverstanden werden dürfen. Diese Rezepte muß der Praktiker aus seiner in vielen Jahren gewonnenen Freilanderfahrung und zumeist unter Hinzuziehung weiterer Fachleute dem konkreten Objekt neu anpassen. Pauschales Vorgehen wird immer zu Vereinheitlichung führen, und der bessere Lehrmeister wird die an der Natur entwickelte und im Fachgespräch ausgebildete Phantasie sein.

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Anstelle feststehender Patentrezepte gibt es jedoch einige Grundsätze für Eingriffe in die Landschaft. Und Eingriffe sind Pflege- und Gestaltungsmaßnahmen jedenfalls, gleich welche Art von Lebensräumen dabei zerstört bzw. neu begründet oder gestaltet werden. Einer dieser Grundsätze ist die Bewahrung des naturnahen bis natürlichen Bestandes, wo immer es ihn in größeren oder kleineren Resten noch gibt. Dieses Gebot der Bewahrung bezieht sich ebenso auf die Geländegestalt - man denke an die vom Fluß verlassenen Gerinne, die heute als trockene Senken unsere flußnahen Äcker und Wiesen durchziehen - wie auf die Pflanzen - und Tiere in ihren gebietstypischen (= standortheimischen) Vorkommen. So sollte im Zusammenhang mit der Pflanzung ausdrücklich darauf hingewiesen werden, daß autochthones Pflanzmaterial verwendet werden sollte. Dies gilt für Gehölzbestände wie auch für Krautsäume, zu deren rascher Ansaat der Verfasser - leider - rät. Dieser Rat sollte im Hinblick auf das Gebot des Schutzes und der Pflege von Lebensgemeinschaften anstelle einzelner Arten dadurch ergänzt werden, daß auf verschiedenen Teilbereichen auf Einsaat durchaus vollständig verzichtet werden sollte und auch unter Beachtung der Ziele des Hochwasserschutzes verzichtet werden kann. Denn hier kann Lebensraum für Pioniere der Pflanzen- und Tierwelt geboten werden, der bei naturverständiger Gewässerpflege kostenlos mit erhalten wird.

Bei der sich heute abzeichnenden zunehmend leichteren Umsetzung ökologischer Kenntnis in die Planungs- und Pflegepraxis erscheint der von RÖSNER gegebene Hinweis entbehrlich, daß "Sträucher ... nicht unmittelbar am Bachufer stehen (dürfen), da ihr Astwerk wie ein Kamm ins Bachbett hineinragt und sich darin Pflanzenmaterial, wie Äste, Halme etc. festsetzt ...". Künftige Fluß- und Bachrenaturierungen sollen dem Wasser einen breiteren Spielraum lassen, damit die Selbstreinigungskraft des Fließgewässers besser genutzt und seiner Funktion als vielfältiger Lebensraum gerecht werden kann. Diese natürlichen "Kämme" sind wesentliche Bereiche der aeroben Abfallzersetzung, temporärer Kleinlebensraum für zahlreiche Wirbellose und nicht selten Nistraum für Singvögel, darüber hinaus sind sie bedeutend als Hochwasserrefugien für zahlreichen Kleintierarten. Und es gehören durchaus Strauchweiden nahe ans Ufer heran, wie ihre spontane Ansiedlung an naturnahen Strecken immer wieder zeigt.

Dieses Kompendium ist als wertvoller Ratgeber den Landschafts-, Agrar- und Wasserwirtschaftsbehörden bestens zu empfehlen. Es stellt eine umfangreiche Faktensammlung dar, die in die Hand der mit Natur und Landschaft befaßten Wissenschaftler sowie der Lehrenden und Lernenden an Schulen, Fachschulen und Universitäten gehört.

Gerken

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Koch, Manfred (1984): Wir bestimmen Schmetterlinge (bearbeitet von Wolfgang Heinicke). 1. einbändige Auflage 1984, 792 Seiten, ISBN 3 -7888 - 0381 - Verlag J. Neumann - Neudamm, Mühlenstr. 6, 3508 Melsungen. Preis: 76,-- DM

In diesem Sammelband sind die früher erschienenen vier Bände der "KOCH" zusammengefaßt.

Im allgemeinen Teil des Buches werden folgende Kapitel vorgestellt:

Einteilung der Schmetterlinge, Fachausdrücke, Benennung, Fang der Falter, Raupensuche, Züchten von Schmetterlingen, Präparation, Anlage einer Sammlung, Technik der Genitaluntersuchung bei Schmetterlingen, Naturschutz und Wanderfalter.

Im speziellen Teil werden die Tagfalter und die Nachtfalter Mitteleuropas behandelt. Von den Nachtfaltern werden nahezu alle Arten der Gruppen Bären, Schwärmer, Eulen und Spanner erwähnt.

Das Buch schließt die Alpen nicht ein.

Ausführliche Register ermöglichen einen raschen Zugang zu den jeweiligen Kapiteln.

Der Wert des Buches liegt in der Vollständigkeit, lassen sich doch damit nahezu alle in Mitteleuropa vorkommenden Großschmetterlinge bestimmen. Irrgäste sind nur zum Teil erwähnt.

Die Bestimmung erfolgt nach Farbtafeln mit Fotographien der Falter, wobei die Oberseite, bei Bedarf auch die Unterseite abgebildet wird. Von vielen Arten werden auch die Raupen in Farbaufnahmen vorgestellt. Weiterhin wird jede Art im Textteil ausführlich beschrieben, wobei auch die mehr oder weniger regelmäßig auftretenden abweichenden Zeichnungsformen ausführlich berücksichtigt werden.

In den Fällen, wo eine Bestimmung nach Bildern schwierig ist, enthält der Textteil Hinweise in tabellarischer Form für die Unterscheidung kritischer Arten.

In einigen Fällen sind die Farbbilder nicht ganz optimal ausgefallen, was bei kleineren Arten mitunter die Bestimmung etwas erschwert.

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Vergleichbar mit dem "KOCH" ist nur das in den Abbildungen wesentlich bessere Werk von FORSTER und WOHLFAHRT, das aber auch erheblich teurer ist.

Wer von bestimmten Bereichen vollständig Artenlisten erstellen möchte, ist sicherlich gut beraten, sich dieses Buch zuzulegen.

Heinrich Biermann

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Weidemann, Hans-Josef: Tagfalter, Band l (Entwicklung, Lebensweise) 282 S.
1986, ISBN 3 - 7888 - 0500 - 5

Weidemann, Hans-Josef: Tagfalter, Band 2 (Biologie, Ökologie, Biotopschutz) 372 S.
1988, ISBN 3 - 7888 - 0509 - 9

Verlag: J. Neumann - Neudamm, Mühlenstr. 9, 3508 Melsungen
Preis : je 38, DM

Beide Bücher gehören zu der Reihe JNN Naturführer.

Band l enthält im allgemeinen Teil ausführliche Kapitel über die Ökologie der Schmetterlinge, über die Beziehungen zwischen den Tagfaltern und der Vegetation sowie über den Artenschutz. Im speziellen Teil werden Arten der Familien Papilionidae (Ritterfalter), Pieridae (Weißlinge) und Lycaenidae (Bläulinge) ausführlich vorgestellt.

Register der Schmetterlingsarten, der Raupenfraßpflanzen und der Pflanzengesellschaften schließen den Band ab.

Band 2 stellt im allgemeinen Teil die Entwicklungsstadien der Tagfalter vor, bringt Raupenbestimmungstabellen und verschiedene biologische Daten. Die Frage der Art und Weise des Schmetterlingsschutzes wird ausführlich erörtert.

Im speziellen Teil werden die Lycaenidae (Bläulinge) fortgeführt, dann folgen die Riodinidae (Frühlingsscheckenfalter), Nymphalidae (Edelfalter), Satyridae (Augenfalter, Grasfalter) und die Hesperiidae (Dickkopffalter).

Der Band schließt mit den üblichen Registern und einem ausführlichen Literaturverzeichnis.

Beide Bände beziehen sich auf Mitteleuropa und die Alpen, wobei allerdings etliche Arten der Alpen nicht erfaßt werden. Bei den Ritterfaltern und den Edelfaltern werden auch Arten aus Süd- und Südosteuropa behandelt.

In beiden Bänden werden "nur" die Tagfalter vorgestellt. Dieses geschieht aber in einer beachtenswerten Ausführlichkeit, besonders was die

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ökologischen Gegebenheiten und die Schutzproblematik betrifft. Ein vergleichbares Werk in der Bundesrepublik gibt des nicht.

Jede Art wird in ausgezeichneten Farbbildern gezeigt (Aufnahmen am lebenden Objekt), und zwar nicht nur als Falter, sondern auch als Ei, Raupe und Puppe. In einigen Fällen (adippe, niobe, aurelia, athalia) lassen die Abbildungen allein keine sichere Bestimmung zu. Diese ist nur über die Form der Valvenspitzen möglich, deren Form für athalia und aurelia angegeben sind.

Wer nicht nur an Bestandsaufnahmen von Tagfaltern interessiert ist, vielmehr auch ökologische Zusammenhänge aufzeigen bzw. erkennen möchte, ist auf dieses Buch unbedingt angewiesen. Zwar sind etliche der ökologischen Daten auf Franken bezogen und lassen sich wohl nicht immer vollständig auf Ostwestfalen übertragen, doch regen die mitgeteilten Befunde zu eigenen Beobachtungen an.

Aus allen Erläuterungen zu den verschiedenen Arten kann man klar erkennen, daß Artenschutz ohne Biotopschutz unsinnig ist. Dieser läßt sich nur durchführen, wenn alle Lebensansprüche einer Art in ihrem Lebensraum erforscht werden, was bisher leider nur in Ansätzen durchgeführt wurde.

Leider haben sich einige Fehler eingeschlichen, auf die z.T. schon WEIDEMANN in Fachzeitschriften hingewiesen hat. Folgendes muß korrigiert werden:

Band 1: S. 120: Guenée (nicht Géné)
  S. 132: cerisyi (nicht cerysii)
  S. 185, 280: phicomone (nicht phicomene)
Band 2: S. 240: In der ersten Zeile muß es heißen: ALFRED RUSSELL WALLACE und nicht A. R. RUSSELL.
  S. 294, 295: Der auf S. 295 oben abgebildete Falter gehört nicht zu C. gycerion, es ist ein holländischer Männchenfalter von C. tullia; das zugehörige holländische Weibchen ist auf S. 292 abgebildet. Der auf S. 295 Mitte rechts abgebildete Falter aus dem Fichtelgebirge gehört zu C. glycerion.
  S. 306: Legende zu Bildseite S. 307: Es muß heißen: oben links : P. malvae, Mitte links : P. alveus, unten links : P. armoricanus oben rechts : P. carthami Mitte rechts: P serratulae unten rechts: P. cirsii.

 

Heinrich Biermann