Schmetterlinge im Pölinxer Grund
bei Scherfede (Kreis Höxter)
Gerhard Badtke und Heinrich Biermann
Die Kleingewässeranlage Pölinxer Grund wurde 1984/85 angelegt. Mit ihrem Bau wollte man vor allen Dingen Amphibien Lebensraum schaffen. Die Stadt Warburg als Eigentümerin des Geländes erlaubte dem damaligen Bund für Vogelschutz, in den schlecht nutzbaren und vernäßten Wiesen ein solches Vorhaben durchzuführen.
Dieses Projekt erhielt auch Landeszuschüsse. Ab Frühjahr 1985 stellte sich eine artenreiche Vegetation ein. Eine Artenliste gibt LAUDAGE in seinem Bericht. Eine Pflanzaktion ermöglichte einen schönen Waldsaum entlang des Wegs im Osten des Tals. Das gesamte Gebiet wird regelmäßig gepflegt, wobei auch Erlenjungwuchs entfernt wird, denn es soll der Charakter eines Wiesentals erhalten bleiben. Disteln und Brennesseln bleiben in Maßen erhalten. An der Erfassung des Schmetterlingsbestands haben die beiden Autoren von 1991 bis 1996 und noch vereinzelt bis in das Frühjahr 1998 gearbeitet.
Der Pölinxer Grund liegt im südlichen Eggegebirge und zieht zum Diemeltal hin.
Das Tälchen ist etwa 1,5 km lang und 100- 150 m breit. Die Höhenlage reicht von
rd. 200- 230 m. Das Tal verläuft in etwa von NNW nach SSO.
Der Talboden besteht aus Flußablagerungen des Holozäns. Die Randbereiche zeigen mittleren Buntsandstein der Hardegsen Folge, kleine Abschnitte weisen auch Hangschutt (Periglazialbildung) auf.
Hinsichtlich des Klimas sind die Gegebenheiten wichtig, die das Kleinklima bestimmen.
Bei sommerlichen Hochdruckwetterlagen kommt es in dem Gebiet zu
Eigenwetterlagen, bei denen das Relief sehr bestimmend ist. In Einzugsbereich des Tals sammelt sich nachts die Kaltluft und fließt durch den Pölinxer Grund zum Diemeltal hin ab.
Dabei kann es auch im Sommer empfindlich kalt werden. Tau und Nebel treten dann auf.
Diese Erscheinungen stören den Anflug der Nachtschmetterlinge an Lampen erheblich.
Bei durchziehenden Tiefdruckgebieten und Tiefausläufern ergeben sich sogenannte Fremdwetterlagen, wobei unter Wolkenbedeckung und bei milder Luft bessere Flugbedingungen bestehen.
Für das Gebiet lassen sich aus dem Klimaatlas von NRW einige Daten entnehmen, die einen Überblick ermöglichen:
mittlere Niederschlagshöhe im Jahr in mm: 800- 900 (Zeitraum 1951- 1980)
mittleres Tagesmittel der Lufttemperatur in °C: 7,5-8,5 (Zeitraum 1931-1960)
mittlere Anzahl der Tage mit mindestens 10 mm Niederschlag: 20-25 (Zeitraum 1951-1980)
mittlere Anzahl der Tage mit einer Schneedecke von mindestens 10 cm Höhe: 20-30 (Zeitraum 1936/37-1957/58)
mittlere Anzahl von Tagen mit einem Mittel der Lufttemperatur von 5°C und mehr: 220-230 (Zeitraum 1951-1980)
mittlere Dauer der Zeitspanne zwischen dem Beginn der Laubentfaltung und dem Beginn der Laubverfärbung bei Rotbuchen: 150-160 Tage (Zeitraum 1951-1980)
Bei Tage erfolgten die Beobachtungen bei Kontrollgängen durch das Gelände. Nachtfalter wurden überwiegend an den Lampen nachgewiesen, wobei Mischlichtlampen und Quecksilberdampflampen von rd. 150 Watt zum Einsatz kamen.
Die allermeisten Falter konnten nach der Artbestimmung wieder freigelassen werden.
Bei der Arbeit kam uns das Wohlwollen des Jagdpächters sehr zugute.
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